Flucht.Punkt.Perspektive
Aus viel Einzelnem soll ein großes Gemeinsames angefertigt und die Verschiedenheit menschlicher Perspektivmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Schüler_innen im Dom Museum Wien. Foto: Nicole Viktorik
Schüler_innen im Dom Museum Wien. Foto: Nicole Viktorik

Unter diesem Leitsatz besuchten sechs Wiener Schulen im Juni 2019 das Dom Museum Wien und den Stephansplatz. Im Museum ließen sich die Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Blickwinkeln aus und durch unterschiedliche Objekte inspirieren. Mit Tafelbildern in klassischer Zentralperspektive, der Schreinmadonna, unter deren Mantel Vertreter_innen der mittelalterlichen Gesellschaft Asyl finden konnten und dem „Leo“, dem Zufluchtspunkt am Adlertor des Stephansdomes, setzten sich die Schüler_innen intensiv auseinander. Die durch die Kunstbetrachtung gewonnenen Eindrücke verwoben sie im Dom Atelier zu einer Rauminstallation. Es entstand eine beeindruckende Gemeinschaftsarbeit aller Schulen: ein Netz aus Kabelbindern und selbstangefertigten bunten „Fluchtpunkten“.

Schüler_innen im Dom Atelier des Dom Museum Wien. Foto: Nicole Viktorik
Schüler_innen im Dom Atelier des Dom Museum Wien. Foto: Nicole Viktorik

Die Aktion war Teil des Erasmus+ Projektes "Donauwelle Plus" und organisiert durch die Bildungsdirektion Wien (Plattform „Bildung Kultur“ und Europa Büro). Der gesamte Prozess wurde von der Pädagogischen Hochschule Wien unterstützt.
 
Die teilnehmenden Schulen waren:
VS03 Eslarngasse, VS12 Karl Löwe Gasse, FIDS21 Franklinstraße,
FIDS02 Holzhausergasse, NMS10 Pabstgasse, NMS22 Konstanziagasse

PDF des Berichts Forum Unesco-Schulen Österreich Heft 32/2020
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Projekt ”Schulquiz in der App 2019”
AHS Kenyongasse vermittelt Kunstwerke der Jahresausstellung „Family Matters“ im Dom Museum Wien für Schulklassen digital

Was sehen und interessiert Schüler und Schülerinnen an Werken der bildenden Kunst? Und wie würden sie durch Aufgaben und Fragen dieses Interesse und Wissen an andere Jugendliche vermitteln?

Ausgehend vom Wandel, den der Begriff Familie durchlebt, geht die neue Ausstellung des Dom Museum Wien „Family Matters“ (4.10.2019-30.8.2020) der Frage nach, wie sich unterschiedliche Familienkonstellationen in historischer und zeitgenössischer Kunst spiegeln. Sie beleuchtet dabei insbesondere die innere Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen. Wichtiges Vermittlungstool im Museum ist der Mediaguide, der als kostenlose App auf Smartphones und Tablets geladen werden kann. Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse AHS Kenyongasse Wien entwickelten ihren persönlichen Zugang und Eindruck zu Werken der Ausstellung „Family Matters“ und gestalteten den Schulquiz des Mediaguides.

 

Diese Art der digitalen Kunstvermittlung von Jugendlichen für Jugendliche soll Schulklassen herzlich dazu einladen, sich der Ausstellung im Rahmen eines Workshops im Museum aus der Perspektive Gleichaltriger anzunähern.

 

 

Schulprojekt ”Jetzt, jetzt… all die Fragen leben”
Ein Projekt zu Kirche und Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus 
Students in Dom Atelier.<br />
Photo: Raimund Pleschberger

Unter dem Titel „Geschichte gemeinsam verhandeln“ befragten Jugendliche im Auftrag des Bundeskanzleramts 100 Jahre Republik Österreich. Sie erarbeiteten sich in Ausstellungs- und Erinnerungsorten einen individuellen Zugang zu historischen Ereignissen innerhalb des Zeitraums 1918 bis 2018. Das Projekt war eine Kooperation zwischen dem Dom Museum Wien, dem Gymnasium Sacre Coeur Wien, dem Restituta-Forum und der Domkirche St. Stephan. Es fokussierte die Positionen der katholischen Kirche während der NS-Zeit. 

 

Die Schüler_innen erforschten Spuren des Widerstandes, der Zerstörung und des Wiederaufbaus im und um den Stephansdom. Sie besuchten die Barbarakapelle, den Maria Restituta-Gedenkraum sowie das Erzbischöfliche Palais. Im Dom Museum Wien diskutierten sie künstlerische Positionen und die jeweiligen Zugänge zu den komplexen Ereignissen dieser Zeit. Im Dom Atelier wurden die gewonnenen Eindrücke in neue Objekte der Erinnerung transformiert. 

Gefördert vom Bundeskanzleramt
Programmkoordination: KulturKontakt Austria (aus Mitteln des BMBWF).

„Analoges Schriftmorphing“
Frühjahr 2017

Dom Museum Wien in Kooperation mit AHS Sacre Coeur Wien, Islamischem Realgymnasium Wien sowie AHS Kenyongasse. Projektzeitraum: Frühjahr 2017 
  
Im Vorfeld der Eröffnung des neuen Dom Museum Wien führte die Kunstvermittlung erste Projekte mit Partnerschulen durch. Die Ergebnisse der kreativen Prozesse werden bis Weihnachten 2017 im Dom Atelier, der Basisstation der Kunstvermittlung des Dom Museum Wien, präsentiert. Die Projektthemen reflektieren das Leitbild des Museums, wo interreligiöser Austausch und Dialog der Religionen eine zentrale Rolle spielen. 

„Analoges Schriftmorphing“ 

AHS Sacre Coeur Wien und Islamisches Realgymnasium Wien (Susanne Schatz, Barbara Mayrhofer-Diaw)  
Schülerinnen und Schüler der 9. Schulstufe setzten sich mit arabischen Schriftzügen auf kostbaren Objekten des Dom Museum Wien auseinander – mit dem aus Goldseide gewebten Grabtuch Herzog Rudolfs IV., das aus dem Iran stammt, und mit zwei syrischen Glasflaschen aus der Zeit um 1300. Die Jugendlichen beider Gymnasien lernten einander bei der gemeinsamen Projektarbeit kennen und brachten unterschiedliche Perspektiven und Expertisen zum Thema Schrift ein. 

Im Rahmen des Faches Bildnerische Erziehung entstanden kalligraphische Schriftbilder sowie kurze digitale Videos: Aus einem deutschen Wort wurde – in vielen einzelnen Zwischenstufen - die arabische Übersetzung gebildet bzw. umgekehrt. Ähnlich einem Stop-Motion-Film wird so die Ästhetik eines Morphings und damit der langsame Übergang zwischen diesen beiden Darstellungen simuliert. 

PDF der Powerpoint-Präsentation zum Projekt
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„Raum-im-Raum-Architektur – Vom sakralen Schrein zum Museumsdesign“
"Raum-in-Raum-Tabernakel", Foto: Michaela Götsch
AHS Kenyongasse (Helga Ennemoser, Michaela Götsch)

In einer intensiven Beschäftigung mit der Architektur des neuen Dom Museum Wien und des Stephansdoms entdeckten und erforschten Schülerinnen und Schüler der 8. Schulstufe, wie Architektur auf den Menschen wirken, wie sie Botschaften transportieren und unsere Aufmerksamkeit lenken kann. 

Im Dom bilden Schrein, Altar und Baldachin Aufbewahrungs- bzw. Andachtsräume für besondere Objekte, hüllen sie in aufwändig gearbeitetes Kunsthandwerk und überhöhen sie durch glänzendes Gold. Im Museum dienen Vitrinen und Podeste dazu, Exponate zu schützen und mit Lichtspots in Szene zu setzen. 

Die gewonnenen Eindrücke waren Ausgangspunkt für die eigene gestalterische Auseinandersetzung mit dem Thema Rauminszenierung, unter dem Motto „Ein Schrein für mein persönliches Heiligtum“. 

Bericht auf der Webseite der AHS Kenyongasse