Teufelgott
Teufelgott

August Walla (*1936 Klosterneuburg, Niederösterreich; + 2001 Maria Gugging, Niederösterreich)
um 1971

Material
Buntstift auf Schreibmaschinenpapier

Sammlung
Dom Museum Wien

Inv.Nr.
OM/AS 24-31

Buntstift
Zeichnung
Moderne und Gegenwartskunst

Derzeit ausgestellt

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Bildrechte
Leihanfrage

Foto: Leni Deinhardstein, Lisa Rastl, Dom Museum Wien
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Der Künstler als allmächtige Figur

August Walla, einer der bekanntesten Vertreter der Art brut, ist bekannt für seine eindrücklichen Wort- und Figurenerfindungen in leuchtenden Farben.

Mit breitem Grinsen blickt diese schwarze Kreatur aus der querformatigen Buntstiftzeichnung. Umgeben ist die Kreatur von vielen kleinen Kreisen, die an Darstellungen des Kosmos oder auch eines Heiligenscheins denken lassen.Die violetten Großbuchstaben rechts geben Auskunft über das Wesen: Es handelt sich weder um einen Menschen noch um ein Tier, sondern um den „Teufelgott Walla“.

August Walla ist für seine bunten Zeichnungen bekannt, in denen er meist Schrift und Bild kombiniert. Er spielt mit der Sprache und kreiert neue Wörter. Seine Werke sind von einer unverkennbaren Bildsprache geprägt: Oft verwendete Motive sind beispielsweise eine Figur in Badehose, sein selbst kreiertes „Höllenzeichen“ oder Hammer und Sichel. Immer wieder stellt er sich selbst als „Teufelgott“ dar.
Wie Oswald Tschirtner oder Johann Hauser ist Walla ein „Gugginger Künstler“, der in der Landesnervenheilanstalt Gugging lebte. In den 1960er-Jahren erkannte der dort tätige Psychiater Leo Navratil das Talent seiner Patienten und ermutigte sie zu künstlerischer Tätigkeit. Heute zählen die Gugginger Werke zu Hauptwerken der sogenannten Art brut: Wie Kinderzeichnungen entstehen sie unbeeinflusst von jeder kunsthistorischen Auseinandersetzung. Bekannt wurde Walla vor allem auch für sein Zimmer in Gugging, dessen Wände er von oben bis unten bunt bemalte.