Hocker für das Dom Museum Wien
Hocker für das Dom Museum Wien
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Hocker für das Dom Museum Wien

Leo Zogmayer (* 1949 Krems, Niederösterreich)
2016

Material
Holz

Sammlung
Dom Museum Wien

Inv.Nr.
OMA/7

Holz
Skulptur
Moderne und Gegenwartskunst

Anfrage
Bildrechte
Leihanfrage

Foto: Leni Deinhardstein, Lisa Rastl, Dom Museum Wien
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Hocker für das Dom Museum Wien

Kubische Sitzgelegenheiten mit den Namen von Heiligen laden zum Verweilen und Weiterdenken ein: reduzierte Denkanstöße zu den Sammlungen des Dom Museum Wien

Schlichte, kubische Holzhocker laden zum Niederlassen ein. Das stützenlose Sitzen fordert eine achtsame, aufrechte Haltung. Zogmayers Hocker fördern das Ankommen im Hier und Jetzt und in der Folge das kontemplative Wahrnehmen von Kunst. Gleichzeitig sind sie Träger von Information: Unter die Sitzfläche schräg eingepasst finden sich verschiedenfarbige Kunststoffplatten. Per Lasertechnik ausgeschnitten wurde jeweils der Name eines männlichen oder einer weiblichen Heiligen, und zwar von Hocker zu Hocker in einer anderen Sprache. So werden die Sitzmöbel zu kommunikativen Objekten, stehen im Kontext mit den im Museum ausgestellten Heiligendarstellungen und lassen sich im Rahmen von Kunstvermittlungsprogrammen und Veranstaltungen flexibel für Gesprächsrunden einsetzen.
Der Künstler hat in den letzten Jahrzehnten konsequent an der formalen Vereinfachung seiner Ausdrucksmittel gearbeitet. Ergebnis waren unter anderem eine Reihe von Wort- und Textbildern: einerseits monochrome Hinterglasbilder, andererseits Metall-, Holz- und Betonobjekte in geometrischen Grundformen, auch als Installationen im öffentlichen Raum. Sie alle tragen knappe, irritierende Worte oder Parolen, mit denen der Künstler zum Essenziellen vordringen möchte. Bilderfluten und Redeströme unserer Welt voll von Second-Hand-Botschaften sollen unterbrochen, neue Möglichkeitsräume eröffnet werden.
An der Schnittstelle zwischen Bildhauerei und Design führte Zogmayer mehrere Aufträge für Sakralräume in Deutschland, Belgien und Österreich aus. Ein Großprojekt ist die raumliturgische Neugestaltung der St.-Hedwigs-Kathedrale, der katholischen Bischofskirche, in Berlin. Durch die kreisförmige Anordnung der Sitzplätze um den zentralen Altar kann die Messfeier inmitten der Gläubigen stattfinden.
Leo Zogmayer über seinen künstlerischen Zugang: „Wie für gutes Fasten gilt auch für Kunst und Kult: weniger von etwas, mehr von nichts. Reduktion. Reduktion im Sinne von Ent-täuschung. Bildeindämmung. Zugunsten von Intensivierung und Sensibilisierung des Hörens und Schauens.“