Eingeladen sind drei in der aktuellen Themenschau „Zeig mir deine Wunde“ vertretene Künstler_innen, in deren Werk das Thema Verwundbarkeit, sei es körperliche oder seelische, auf ganz unterschiedliche Weise eine Rolle spielt. Dem Medium Fotografie kommt hierbei ein wichtiger Stellenwert zu. Ausgehend von den gezeigten Arbeiten diskutieren Johanna Schwanberg und Kokurator Klaus Speidel mit Katrina Daschner, Manfed Erjautz und Gabriele Rothemann verschiedene künstlerische Zugänge zum Thema Verwundbarkeit bzw. inwieweit gerade Kunst Strategie sein kann, um Verletzungen biografischer oder auch globaler Natur Ausdruck zu verleihen. Dabei erfolgt im Gespräch eine Kontextualisierung im größeren Zusammenhang des jeweiligen künstlerischen Schaffens.


Katrina Daschner erhielt 2010 den Otto-Mauer-Preis für ihr Gesamtwerk, das sich mit Rollenbildern und Genderfragen auseinandersetzt. Damit steht sie mit ihrem Oeuvre in der Nachfolge feministischer Avantgarde in Österreich und arbeitet wie etwa VALIE EXPORT oder Renate Bertlmann mit Aktionen und Performances, aber auch mit Fotografie, um ihre Inhalte zu vermitteln. Ein Kennzeichen ihrer Werke ist die immer wiederkehrende Verwendung ihres eigenen Körpers und gefundener Gegenstände.

Manfred Erjautz arbeitet in den Medien Skulptur, Installation, Fotografie und Grafik. Mit seinen Werken untersucht er die Verbindungen zwischen Innen und Außen, Persönlichem und Gesellschaftlichem sowie die Mechanismen ihrer Beziehungen und Differenzierungen. Das bereits verinnerlichte Schaufenster-Mannequin als Effigie für den menschlichen Körper wurde zu einem wichtigen Element seines künstlerischen Schaffens. Manfred Erjautz studierte Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli. Für sein Gesamtwerk wurde er 1999 mit dem Otto Mauer Preis ausgezeichnet.

Gabriele Rothemann ist seit 2001 Professorin für Fotografie an der Wiener Universität für angewandte Kunst. Dem Verhältnis von Mensch und Natur, konkret Mensch und Tier, widmet sie einen großen Teil ihres Werks. Anhand dieser Beziehung beschäftigt sie sich in den Medien Fotografie, Zeichnung und Installation mit allgemein menschlichen Themen wie Macht, Ohnmacht und hierarchische Verhältnisse. So gelingt es Gabriele Rothemann, neben der medialen Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen der Kunst die Zerbrechlichkeit der Existenz spürbar zu machen.


An Donnerstagabenden ist das Dom Museum Wien bis 20 Uhr geöffnet. Einmal im Monat laden wir zu einem DOMerstagabend-Event: Fokusführungen mit KünstlerInnen- und KuratorInnen, Vorträge, Lesungen, Performances und diskursive Veranstaltungen.