Wunde als Politik: Gerade das Persönliche, manchmal Beschämende und Erniedrigende einer Verwundung kann als Machtinstrument genutzt werden. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der zerstörerischen Seite von Machtausübung kennt bis ins späte 18. Jahrhundert nur wenige Beispiele wie etwa Darstellungen der christlichen Märtyrern widerfahrenen Behandlung. Erst mit dem Aufkommen der Romantik wird ein systematischer kritischer Blick auf politische und religiöse Machtausübung möglich. Manche Male der Zerstörung müssen erhalten bleiben, um ein Bewusstsein der Gewalt und ihrer Anfänge sicherzustellen, in der Hoffnung, sie in Zukunft zu vermeiden.

Der Rundgang bietet Einblick in die Werke der Themenausstellung „Zeig mir deine Wunde“.