Das Foto einer Wunde ist - wie eine Malerei - ein Bild. Wie eine Wunde selbst, ist sie zugleich eine Spur. Dadurch ähnelt Fotografie dem Relikt, Rest, oder Abdruck, öffnet sie sich aber auch der Fiktion. Bloody Pictures. Vom Bild zur Spur verortet das Medium in diesem Spannungsfeld. Entwickelt hat den Fokus der Philosoph und Bildtheoretiker Klaus Speidel im Rahmen von "Zeig mir deine Wunde" im Dom Museum Wien. Dort begegnen sich in ungewöhnlicher Weise echte Reliquien, christliche Kunst, Fotografien, Skulpturen und zerstörte oder reparierte Objekte.

Bilder und Filme von KünstlerInnen wie R. Bertlmann, A. Serrano oder VALIE EXPORT treffen auf ein Stück des Grabtuches Christi, das Fleisch ORLANs, einen explodierten Bombsuit oder die Haut eines kranken Tieres: Die Beziehungen zwischen echter und dargestellter Spur, Spurmedium Fotografie, Fiktionalität und Körper, welche die Kunst- und Zeichentheorie seit Jahrhunderten beschäftigen, werden zugleich theoretisch untersucht und leiblich erfahrbar gemacht.

Der Ko-Kurator der Schau "Zeig mir deine Wunde", Klaus Speidel, führt an diesem Abend durch die Ausstellung.


Ganz Wien steht von 20. März bis 20. April 2019 im Zeichen der Fotografie, wenn das neue Festival FOTO WIEN, Monat der Fotografie erstmals stattfindet. Ziel des Großereignisses ist es, sowohl Fotografie als künstlerisches Medium wie auch die lokale Fotoszene ins Rampenlicht zu holen. Über 100 Programmpartner - Museen, Ausstellungshäuser, Galerien, Kunstuniversitäten, Künstlerinitiativen und Offspaces - ermöglichen im Rahmen von FOTO WIEN neue Einblicke in die lokale wie internationale Fotoszene.
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